Veranstaltung

22. 9.
14:30 Uhr

Café Karussell virtuell

Lesung aus "Sodom und Gomorrha" von Marcel Proust von Hubert Kusch

Als der 4. Band von Prousts "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" erschien, löste der Text einen Skandal aus: aus heutiger Sicht eher prüde, beschreibt der Text die Entdeckung des bürgerlichen Ich-Erzählers, dass nicht wenige im Pariser Großbürgertum und Adel seiner Zeit gleichgeschlechtliche Abenteuer suchten. Die Genauigkeit, mit der Proust beispielsweise die Werbung des Baron de Charlus um den jungen Geiger Morel beschreibt, wie er sich erniedrigt, nur um dem Objekt seiner Begierde nahe sein zu können, war für die Pariser Gesellschaft zutiefst entlarvend. Proust selber konnte sich zeitlebens nicht zu seinen homosexuellen Neigungen bekennen. Das alles wird unwichtig angesichts der ungeheuer kunstvollen Sprache Prousts, die Hubert Kusch uns sowohl in der Originalfassung als auch in der deutschen Übersetzung nahebringen wird.

Nach drei Romanbänden voll verschämter Andeutungen lässt der Autor seine Figuren endlich die Homosexualität ausleben, zu der er sich selbst nie offen bekannte.

Die Treffen beginnen wie immer um 14:30 Uhr virtuell und dauern bis ca. 16 Uhr. Die Einladung mit Nummer des WebEx-Meeting-Raums und Password wird rechtzeitig an alle Interessenten verschickt, die sich dazu vorab unter cafekarussell@gmx.de bei Michael Holy melden sollen.