Veranstaltung

20. 10.
14:30 Uhr

Café Karussell im Switchboard

Act-up Frankfurt: Schwule Militanz und Solidarität in den 1990er Jahren

Die Frankfurter AIDS-Hilfe war eine der ersten nach Berlin, die sich ab 1985 für die wachsende Zahl von HIV-Positiven und AIDS-Kranken einsetzte, die von gesellschaftlicher Ausgrenzung bedroht waren. So kam es u.a. am Sonnabend, dem 9. Juli 1988, in Frankfurt zum ersten bundesweiten Aktionstag von AIDS-Hilfen in Frankfurt am Main unter dem provokanten Motto „Solidarität der Uneinsichtigen — Für eine menschliche AIDS-Politik". Da die AIDS-Hilfen als Partner von Kommunen und Gesundheitsinstitutionen eher taktisch agieren mussten, gründete sich neben diesen Selbsthilfeorganisationen nach amerikanischem Vorbild 1989 auch in Deutschland die "Act-up"-Bewegung. (Act-up = AIDS Coalition to Unleash Power. Übersetzt: AIDS-Koalition, um Kraft zu entfesseln) Diese forderte mit militanten Aktionen mehr Geld für Grundlagenforschung und sofortige Unterstützung von Betroffenen durch die gesellschaftlichen Institutionen. Eine ihrer spektakulärsten Aktionen war das Go-in in den Fuldaer Dom am 26.9.1991, wo der homo-feindliche Bischof Dyba gerade den Schlussgottesdienst zur Deutschen Bischofskonferenz abhielt. Über diese Aktion drehte der Filmemacher Jochen Hick einen Film, den wir uns ansehen werden. Danach stellen Hans-Peter Hoogen und Dietmar B. ihre Erinnerung zu Act-Up-Frankfurt vor.

Der Oktober ist der erste Monat, in dem das Café Karussell wieder physisch im Switchboard stattfindet. Das Hygiene-Konzept sieht vor, dass maximal 20 Gästen einen Platz im Raum haben dürfen. Daher ist eine Anmeldung unter der E-Mail-Adresse cafekarussell@gmx.de bis zum 04.10.2020 notwendig.